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“Empört. Enttäuscht. Fassungslos.”

Ein Gastkommentar von Nazile Savaştürk* und Ayşe Çınar*

Empört über den Titel der Petition von Terre des Femmes „Den Kopf frei haben“. Enttäuscht über das Unverständnis einer gemeinnützigen Menschenrechtsorganisation gegenüber Frauen, die nicht in ihre ‚weiße‘ Feminismusdefinition passen. Und fassungslos über die zahlreichen Unterzeichnungen dieser Petition von jenen Menschen, die in der Öffentlichkeit als Sprachrohr gelten. Weiterlesen

Nein zu einem Kopftuchverbot für Minderjährige – eine migrationspädagogische Stellungnahme

Download der gesamten Stellungnahme als PDF-Datei (217,7 KB)

Als diskriminierungskritische Pädagog*innen[*] beziehen wir Position zu der Forderung nach einem gesetzlichen Verbot des Kopftuchs „im öffentlichen Raum vor allem in Ausbildungsinstitutionen für alle minderjährigen Mädchen“ in dem Aufruf „Den Kopf frei haben!“ von Terre des Femmes. Wir wollen mit dieser Stellungnahme die Debatte auf eine fachliche Grundlage stellen und damit auch angemessene politische Entscheidungen befördern. Einrichtungen und Verbände der Bildung und Sozialen Arbeit fordern wir auf, sich mit der Unterzeichnung dieser Stellungnahme öffentlich dieser Position anzuschließen.

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„Nie wieder!“ und der Wunsch, nichts zu wissen

Ein aktueller Kommentar von Astrid Messerschmidt

Migration ist zu einem Platzhalter für alle möglichen Äußerungen der Unzufriedenheit, des Gefühls, zu kurz zu kommen und der Angst geworden. Europaweit sorgt das Thema für die Reaktivierung nationaler Identitätsbehauptungen. In Deutschland lässt sich das anhand der Umdeutung eines bedeutenden Topos beobachten. „Nie wieder!“ stand bis vor kurzem für die Abgrenzung von allem, was mit dem Nationalsozialismus in Verbindung steht und ist im Lauf der Zeit zu einer Formel der Selbstvergewisserung gemacht worden, so als sei das, wozu die zwei Worte aufrufen, bereits umgesetzt, so als gäbe es in der deutschen Gesellschaft und Politik tatsächlich nichts mehr von dem, was den NS ausmachte, keinen Rassismus, völkischen Nationalismus und schon gar keinen Antisemitismus. Weiterlesen

Aufruf "Schweigen brechen"

17. Newsletter Rassismuskritische Migrationspädagogik

Noch vor Luther sei Kolumbus gewesen und schon damals „begannen unsere guten Beziehungen zu Amerika“. Dieser Satz von Angela Merkel vor 70.000 Zuhörer*innen beim Evangelischen Kirchentag in Berlin im Gespräch mit dem ersten schwarzen Präsidenten der USA, Barack Obama ist zwar an Zynismus kaum zu überbieten, hat aber kaum zu wahrnehmbaren Protest geführt. Er bagatellisiert die brutale Unterwerfung und Massakrierung so, als würde man die Pogrome im Mittelalter als Beginn „unserer“ guten Beziehungen zur jüdischen Bevölkerung in Westeuropa erklären. Weiterlesen