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9. Newsletter „Rassismuskritische Migrationspädagogik“

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleg_innen,

Das Netzwerk Rassismuskritische Migrationspädagogik Baden-Württemberg wünscht mit dem ersten Newsletter 2016 guten Start ins neue Jahr. Es sind besondere Zeiten. Die Herausforderungen verändern sich, wir müssen nicht mehr darum werben, dass Migration überhaupt als Thema wahrgenommen wird, aber immer noch darum kämpfen, mit welcher Perspektive es thematisiert wird. Als eine von außen auf die Gesellschaft zukommende zu bewältigende Aufgabe oder als ein Teil des in der Weltseins dieser Gesellschaft. Daran entscheidet sich auch, ob Hilfe als großzügige Geste gemeint ist, oder als Solidarität, ob die Helfenden Dankbarkeit erwarten, oder die Geflüchteten Respekt.

Unser Netzwerk wird in diesen Zeiten wichtiger werden, weil es Orte braucht, in denen wir uns reflektieren aber auch vergewissern können in den alltäglichen Widersprüchlichkeiten, aber auch und vor allem Orte, in denen sich die zusammenfinden, die nicht mehr nur klagen wollen, wie alles schlechter wird, sondern sich für eine Bildung und soziale Arbeit einsetzt, die ihren eigenen Ansprüchen gerecht werden kann.

Politik ist nicht das, was wir machen, wenn wir Freizeit haben. Politik bedeutet das Erweitern von Handlungsspielräumen der Adressat_innen sozialer Arbeit und Bildung als wesentlicher Teil unsres Auftrags.

Diese Zeiten sind aber immer öfter auch geprägt von eigenen Sprachlosigkeiten in Kontakten mit Kolleg_innen, mit Adressat_innen und auch im privaten Umfeld. Unser Anspruch ist hier, dazu beizutragen, diese Sprache wieder zu finden. Keine Sprache, die alles weiß, aber eine, die zumindest die richtigen Fragen stellen kann.

Dazu wollen wir mit Veranstaltungen beitragen, wie wir sie am 28.11. in Kooperation mit dem Institut für Erziehungswissenschaft in Tübingen zum Thema „Nach Köln: Sprechen über Sexismus und Rassismus“ durchgeführt haben. Der Andrang von 300 Zuhörer_innen zeigt, wie wichtig solche Räume sind. Den Vortrag von Astrid Messerschmidt konnten wir dann bei der zweitägigen internen Netzwerkklausur am letzten Wochenende noch einmal hören (Die schriftliche Version folgt dann im nächsten Newsletter). Im Anschluss hatten wir die Chance mit Paul Mecheril und Annita Kalpaka in im Wechsel von Praxisreflexion und Theoretisierung dieser Praxis das Thema Intersektionalität vertiefend zu arbeiten.

Aber auch dieser Newsletter soll dazu beitragen, sprachfähig zu bleiben. Daher haben wir einige Artikel zu „Köln“ dem Newsletter vorangestellt.

Außerdem haben wie immer für Sie wieder aktuelle Veranstaltungen und neue Materialen rund um das Thema Rassismus und Migration zusammengestellt.

Mit besten Grüßen

Andreas Foitzik und Sabine Pester

9. Newsletter „Rassismuskritische Migrationspädagogik“ – Februar 2016:

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