Zum Inhalt springen

Für solidarische Bildung in der globalen Migrationsgesellschaft. Ein Aufruf aus Erziehungswissenschaft, Pädagogik und Sozialer Arbeit

Das Bedürfnis nach angemesseneren Lebens- und Arbeitsbedingungen, aber auch die vielfache wechselseitige, praktische Verwiesenheit der Weltbevölkerung aufeinander, verbindet geflüchtete Menschen, Menschen an den Zielorten der Flucht und etablierte Bewohner_innen der relativ privilegierten Zielorte dieser Welt. Darauf kann eine zeitgemäße Solidarität aufbauen. Der Impuls, der von Migrationsbewegungen ausgeht, ist somit weitreichender als die verbreitete pädagogische Reaktion, die auf die „Integration von Migrant_innen“ fokussiert ist und „Willkommenskulturen“ propagiert . Mit einer migrationsgesellschaftlichen und machtreflexiven Pädagogik verbindet sich vielmehr ein politisches Projekt, das die Ordnung der pädagogischen, ökonomischen und sozialen Organisationen und der Bildungsinstitutionen theoretisch, konzeptionell und praktisch zum Thema macht und zu revidieren beabsichtigt.

Diesem Anliegen ist unser Aufruf verpflichtet. Mit ihm fordern wir alle bildungspolitisch und pädagogisch Handelnden, nicht zuletzt die entscheidungsbefugten Akteure, dazu auf, das Thema Flucht, globale Not und Ungleichheit als ein epochaltypisches Schüsselproblem zu verstehen und es mithin als zentralen Topos von Allgemeinbildungsprozessen zu begreifen sowie dafür einzutreten, dass Bildungsorte und -institutionen für geflüchtete Menschen zugänglich und offen sind und ihre Bildungsanliegen ernst genommen werden.

Ziel unseres Aufrufes ist es, ein klares Statement aus Erziehungswissenschaft, Pädagogik und Sozialer Arbeit für die Notwendigkeit einer umfassenden Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex Flucht und Bildung zu formulieren, das eine Alternative zu paternalistischen Maßnahmen bietet.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie den Aufruf verbreiten und unterstützen würden.

Auf der Homepage www.aufruf-fuer-solidarische-bildung.de finden Sie den Aufruf , die Erstunterzeichner/innen des Aufrufs und die Möglichkeit online zu unterschreiben.

Es kommt jetzt darauf an, den Aufruf möglichst rasch möglichst weit zu verbreiten. Dabei können Sie uns behilflich sein, in dem Sie den Aufruf per Mailinglisten, sozialen Medien, bei Veranstaltungen etc. weiterleiten.

Wie Sie auf der Website sehen, versuchen wir auch gezielt Verbände, Einrichtungen, Fakultäten, etc. dazu zu bewegen den Aufruf zu unterzeichnen. Dafür werden wir eine gesonderte Liste einrichten, damit sie nicht in der hoffentlich großen Zahl der Unterzeichnenden untergehen.

Auch hier bitten wir Sie, mit uns zu überlegen, wer da ansprechbar wäre, oder direkt auch Einrichtungen anzusprechen. Diese müssten sich dann über mail@aufruf-fuer-solidarische-bildung.de in eine Liste eintragen lassen.

Mit besten Grüßen auch von den vier Autor_innen

Paul Mecheril, Astrid Messerschmidt, Astride Velho und Claus Melter

Andreas Foitzik

Download des Aufruftexts:

PDF-Datei (68,0 KB)